Jetzt ist die Zeit nur noch gerannt und ich bin schon seit fast zwei Monaten zurück.
Hier habe ich mich ganz gut wieder eingelebt, auch wenn es sich am Anfang schon alles sehr seltsam angefühlt hat und ich oft an Kolumbien und Sueños denke und sie vermisse.

In meiner letzten Zeit in Kolumbien war ich noch viel unterwegs und habe alles sehr genossen, sodass ich nicht dazu kam, nochmal hier von mir zu berichten.
Um dieses Jahr und den Blog abzuschließen, wollte ich euch noch darüber informieren was in den letzten zwei Monaten noch passiert ist und wie meine Verabschiedung war:

Ab Mitte Juni hatten die Kinder Schulferien, doch davor gibt es jedes Jahr ein abschließendes Lager mit allen Teilnehmern von Sueños. Dafür haben wir zwei Tage auf einer großen, schönen Finca verbracht, auf der wir gezeltet haben. Während des Lagers haben wir in vier verschiedenen Gruppen in unterschiedlichsten Bereichen gegeneinander um unseren Nachmittagssnack gespielt. Es hat viel Spaß gemacht und letzlich haben alle eine gute Belohnung bekommen und waren zufrieden.
Zudem gab es ausgedehnte Zeiten im Schwimmbecken, wo alle sich abkühlen und noch weiter austoben konnten. Am Abend wurde noch eine Feier mit viel Tanzen und Singen veranstaltet und als Ausklang de Abends ein Horrorfilm geschaut, bei dem mir ganz mulmig wurde, aber schon die 12 Jährigen ganz gelangweilt von dem Film waren…hahaha

Nach dem wunderschönen Lager waren erstmal zwei Wochen Ferien, in denen ich mit den Freunden von Sueños in Urlaub nach Boyacá gefahren bin. Dort waren wir eine Nacht in Suesca, was für seine tollen Klettermöglichkeiten an riesiggroßen und -langen Felswänden berühmt ist. Dort bin ich über meinen Schatten gesprungen und bin tatsächlich wie die anderen die Anfängerkletterroute nach oben gekrackzelt, obwohl ich ziemlich Höhenangst habe. Der Ausblick von dort oben hat sich dann aber gelohnt und es hat auch Spaß gemacht, obwohl die Überwindung groß war.
Nach Suesca ging es an den Playa Blanca, was weit oben in den Bergen liegt und sehr kalt war, sodass ich Fauna wie in Deutschland in den Bergen entdecken konnte und auch das Klima sich wie Winter anfühlte. Dort fühlte ich mich plötzlich wie zu Hause angekommen und es wirkte ganz friedlich. In dem Moment freute ich mich auf Deutschland.
Mit meinen Mitarbeiter habe ich dort die schönste Zeit verbracht und es war zugleich wie der erste Abschied, da wir so intensiv die drei Tage miteinander verbracht und so viel gelacht und zusammen erlebt haben, wie ansonsten nicht möglich war. Das hat meine Bindung zu ihnen nochmal verstärkt und der naherückende Abflug tat mir in der Seele weh.

In Sueños wurde schließlich zwei Abende vor meiner Abreise mit allen Gruppen eine Verabschiedung für mich veranstaltet.
Zunächst haben meine Gruppe “Tanz!” und ich unsere
Arbeit des letzten halben Jahres den Zuschauern präsentiert. Zum
Schluss sind fünf Jugendliche und Alejandra als fester Kern in der
Tanzgruppe geblieben. Ich habe mit 12 Teilnehmern begonnen, aber
viele sind ausgestiegen, da es ihnen zu anstrengend war, oder ihnen
der Tanzstil zu fremd war. Das war sogar schöner so, denn somit sind
wir schneller voran gekommen, hatten mehr Platz und keiner hat die
Stimmung getrübt, sondern alle waren hochmotiviert und wir hatten
immer viel Spaß beim Tanzen.

Bei der Präsentation hat die Gruppe eine Choreografie
im Stil des “Jazz Dance” aufgeführt, die ich mit ihnen
einstudiert habe. Zudem haben wir im Laufe der Zeit noch eine zweite
Choreo zusammen als Gruppe erstellt, wo die Kinder selber die Musik
und Leitung übernehmen durften und ich auch mitgetanzt habe.

Sie haben alle ihr Bestes gegeben und vor allem ihre
Freude dabei gezeigt, sodass ich sehr stolz auf sie am Ende der
Aufführung gewesen bin.

Danach folgten Spiele, wo ich meine Kenntnisse über Kolumbien, das Tanzen und Essen und die Mitglieder von Sueños unter Beweis stellen musste. Als Belohnung habe ich eine Kolumbien-Flagge und ein Sueños T-Shirt bekommen, wo alle süße Nachrichten drauf hinterlassen haben und ein Fotoalbum, das mein Jahr in Kolumbien widerspiegelt.

Es war sehr rührend für mich, da der Abschied zum ersten Mal so real wirkte und es war schwer für mich, alle gehen zu lassen.

Die Tanzgruppe smiley

Aber der Empfang am Flughafen war sehr herzlich, wo mich meine Eltern und Freundinnen abgeholt haben. Und eine Woche darauf wurde ich auch noch mit einer Willkommensfeier von Freunden überrascht.

Mein Freiwilligendienst ist in Kolumbie nun vorbei, doch meine Verbindung zu Kolumbien nie! Ich weiß jetzt schon, dass ich auf jeden Fall noch mehr als einmal nach Kolumbien fliegen werde, denn da habe nun eine neue Familie, die mich jederzeit willkommen heißt.